Recruiting
Azubis finden: Wie Betriebe Schüler und Eltern erreichen

Wer Azubis finden und Ausbildungsplätze besetzen will, hat es oft schwer: Nach einer Befragung von Bertelsmann Stiftung und IW Köln aus dem Frühjahr 2025 konnte fast die Hälfte der Unternehmen ihre Ausbildungsplätze im Vorjahr nur teilweise oder gar nicht besetzen. Gleichzeitig sind viele Jugendliche auf der Suche. Beide Seiten finden nicht zueinander, und das liegt selten am Willen. Oft liegt es am Weg: Betriebe und Schüler schauen schlicht nicht dorthin, wo der andere gerade ist. Dieser Beitrag zeigt, wann und wo sich Jugendliche informieren, was sie von Betrieben wissen wollen und wie ein Pizzakarton mit der richtigen Landingpage ein Baustein sein kann, um Schüler und ihre Eltern zu erreichen.
Wann informieren sich Schüler über eine Ausbildung?
Eine Statistik, die den Beginn der Suche auf den Monat genau beziffert, gibt es öffentlich nicht belastbar. Die Bundesagentur für Arbeit nennt aber eine klare Richtung: Wer Anfang September ins letzte Schuljahr startet, sollte spätestens dann mit konkreten Berufswünschen ins Bewerbungsverfahren gehen. Viele Firmen beginnen pünktlich zum Schuljahresbeginn mit der Auswahl ihrer künftigen Azubis, traditionell Banken, Krankenkassen, Versicherungen und der öffentliche Dienst. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Presseinformation vom 06.07.2026, Bewertung A)
Das heißt: Die Orientierung beginnt deutlich früher. Wer sich für Berufe interessiert, fragt zuerst die Eltern, sammelt Eindrücke im Praktikum und stöbert im Netz. Wer in dieser Phase noch nie von Ihrem Betrieb als Ausbilder gehört hat, taucht später auch nicht auf der Bewerbungsliste auf.
Wo und bei wem holen sich Jugendliche Informationen?
Zuerst bei den Eltern. 73 Prozent der 14- bis 20-Jährigen nennen ihre Eltern als wichtigste Unterstützer bei der Berufsorientierung, vor der Schule (55 Prozent), dem Internet (48 Prozent) und der Berufsberatung der Arbeitsagentur (36 Prozent). (Bertelsmann Stiftung 2022, 1.666 Befragte, Bewertung A)
Durch echte Einblicke. Praktika gehören mit 40 Prozent zu den wichtigsten Informationsquellen. 88 Prozent der jungen Menschen sind Betriebsbesichtigungen wichtig, aber nur knapp jedes zweite Unternehmen bietet sie an. (Bertelsmann Stiftung/IW Köln 2024, Bewertung A)
Über Video statt Anzeige. Jugendliche nutzen für die Ausbildungssuche YouTube (47 Prozent), WhatsApp (38 Prozent) und TikTok (30 Prozent). 71 Prozent der Unternehmen informieren auf Facebook, wo nur ein Viertel der Jugendlichen sucht. (Bertelsmann Stiftung/IW Köln 2024, 1.729 Befragte im Alter von 14 bis 25, Bewertung A)
Auch analog. Jugendliche mit niedrigerer Schulbildung nutzen Zeitungsanzeigen und Aushänge häufiger, als Unternehmen es tun. (Bertelsmann Stiftung/IW Köln 2024)
Die Orientierung läuft also stark über das persönliche Umfeld und über Kanäle, die viele Betriebe nicht bespielen.
Was Betriebe und Jugendliche aneinander vorbeiführt
Die Bertelsmann-/IW-Studie von 2025 (1.755 Jugendliche und 1.071 Unternehmen befragt) zeigt, wo es hakt:
Zu viel Information, zu wenig Orientierung. 53 Prozent der Jugendlichen finden sich bei den Informationen zur Berufswahl nur schwer zurecht. Nur 25 Prozent sagen, es gebe genug Informationen und sie kämen gut zurecht. (Bertelsmann Stiftung 2022)
Das Gehalt fehlt. Für 95 Prozent der Jugendlichen ist die Information zur Vergütung wichtig. Nur rund 60 Prozent der Unternehmen nennen sie vor dem Vorstellungsgespräch.
Der Alltag bleibt unklar. 95 Prozent möchten vorab wissen, welche Aufgaben sie erwarten. Nur drei Viertel der Betriebe liefern das vor dem Gespräch.
Der Ablauf ist ein Rätsel. Über 9 von 10 Jugendlichen wollen den Bewerbungsablauf kennen. Weniger als die Hälfte der Betriebe informiert vorab, obwohl 91 Prozent einfache Verfahren anbieten.
Good to know: Die Studienautoren empfehlen Unternehmen, so konkret wie möglich zu informieren: über Ablauf, Arbeitsalltag, Vergütung und Perspektiven nach der Ausbildung. (Quelle: Bertelsmann Stiftung/IW Köln, 01.09.2025, Bewertung A)
Dazu kommt ein Problem, das viele Betriebe unterschätzen: Auch wer als Marke bekannt ist, ist nicht automatisch als Ausbilder bekannt. Mehr dazu im Beitrag zu Recruiting-Alternativen für KMU.
So kann ein Pizzakarton dabei helfen
Ein Pizzakarton löst nicht das ganze Problem. Er kann aber an zwei Stellen ansetzen, an denen die Studien Lücken zeigen: bei der Sichtbarkeit in der Region und beim Weg zu konkreten Informationen. Und er landet dort, wo Orientierung häufig stattfindet: am Familientisch. Dort sitzen Jugendliche und die Menschen, die laut Bertelsmann am häufigsten bei der Berufswahl unterstützen - die Eltern.
Auf dem Karton: das, was Jugendliche zuerst wissen wollen. Eine klare Aussage statt Imagefloskel: der Beruf, die Ausbildungsvergütung und ein Grund, den QR-Code zu scannen. Ein Beispiel, rein fiktiv und je nach Betrieb anzupassen: „Ausbildung 2027 zur Mechatronikerin oder zum Mechatroniker. Ab 1.100 € im ersten Lehrjahr. Scannen und in zwei Minuten den Job kennenlernen.“
Hinter dem QR-Code: eine Landingpage, die alle Fragen beantwortet. Nicht die allgemeine Firmenseite, sondern eine Seite nur für die Ausbildung, für das Smartphone gebaut:
die Vergütung je Lehrjahr
der Arbeitsalltag in Kurzvideos von Azubis, weil Jugendliche Video nutzen
die Entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung, etwa Übernahme, Weiterbildung oder duales Studium
der Bewerbungsablauf in drei Schritten
eine Kurzbewerbung ohne langes Formular, denn über 80 Prozent der Jugendlichen finden einfache Verfahren attraktiv
ein Praktikum oder Schnuppertag zum direkten Buchen
ein eigener Bereich „Für Eltern“
Mit dem richtigen Timing. Weil viele Firmen zum Schuljahresbeginn mit der Auswahl starten, lohnt es sich, vorher sichtbar zu sein. Planen Sie ein bis zwei Monate Vorlauf für Abstimmung, Design und Druck ein. Der Effekt entsteht über mehrere Wochen und Wiederholung, nicht über einen einzelnen Kontakt.
Mit realistischen Erwartungen. Der Karton ist kein Bewerbungsautomat. QR-Scans und Landingpage-Aufrufe lassen sich messen, der größere Teil der Wirkung ist Bekanntheit in der Region, und die lässt sich kaum zählen. Sie werden es merken, wenn die ersten Eltern, Lehrkräfte und Nachbarn Sie darauf ansprechen.
Fazit
Jugendliche suchen nicht wenig, sie suchen anders: über Eltern, Praktika und Video, und sie wollen früh wissen, was sie verdienen, was sie tun und wo es hingeht. Betriebe, die genau das konkret beantworten und in der Region sichtbar sind, haben die besseren Chancen. Ein Pizzakarton mit klarer Aussage und einer guten Landingpage kann dafür der Einstieg sein, vor allem bei Schülern und ihren Eltern am Tisch.
Mehr zu Möglichkeiten und Grenzen lesen Sie in unserem Beitrag über die Vorteile und Grenzen von Pizzakarton-Werbung. Ob das zu Ihrem Betrieb und Ihrer Region passt, klären wir im kostenlosen Kampagnencheck, ohne Verkaufsdruck und mit einer ehrlichen Einschätzung.
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